Redaktionelle Berichte | 01.04.2025
„Vom Wasser“ war der Titel der Szenischen Lesung am 21.03. in der Gemeindebücherei. Passend zum Weltwassertag am 22.03. hatte Norbert Frensch eine Auswahl an Texten über das Wasser in seiner unterschiedlichen Form und Bedeutung zusammengestellt.
Beginnend mit „What shall we do with a drunken sailor?“, gesungen von Natalia Pereverzeiva, zusammen mit dem Publikum, über eine Vielzahl von Gedichten und Texten wurde klar, wie vielgestaltig, wie wichtig und wie schwer zu fassen das Wasser in seinen verschiedenen Erscheinungsformen ist.
Da gibt es das Wasser, das einen beim Schwimmen aufnimmt und schwerelos macht, das einen trägt und den Alltag vergessen lässt, aber auch das unbändige Wasser, der nicht aufhörende Regen, die Flut, die durch jede Ritze dringen kann und alles mit sich fort reißt. Den Anstieg des Meeresspiegels und das erhöhte Sturmflutrisiko durch den Klimawandel verdrängen moderne Gesellschaften gerne.
Es gibt Meere, Flüsse, Bäche, Wasserfälle, Seen, Regen, Schnee, Eis und Gletscher. Das Wasser kann die unterschiedlichsten Geräusche machen, kann plätschern, gurgeln, murmeln und es kann das Licht auf vielfältige Weise reflektieren und dabei z.B. glänzen, schimmern und funkeln.
J.W. von Goethe sah das Wasser als Spiegelbild der Seele, für R.M. Rilke war Regen ein Ausdruck von Einsamkeit. Dichterinnen und Dichter aus allen Jahrhunderten haben das Wasser in Gedichten und
Liedern verewigt, so auch Dylan Thomas in „Unterm Milchwald“, das mit Bildern, Lautmalereien und Wortspielen eine Nacht und einen Morgen in einem Küstenort beschreibt.
Das Wasser als letzter Ausweg für Verzweifelte, meist Frauen, wurde abschließend thematisiert und anhand des Ophelia-Motivs eindrücklich dargestellt.
Wie wichtig und allgegenwärtig Wasser aber auch im alltäglichen Leben ist, verdeutlichte Prof. Dr. Matthias Maier, Leiter des Geschäftsfeldes Trinkwasser der Stadtwerke Karlsruhe. Jeder Mensch und alle Vorgänge jeden Tag brauchen Wasser. „Wasser ist Leben“, so sein Credo, „es ist ein Menschenrecht und darf nicht privatisiert werden!“. Mehr als zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt, doch nur ca. 3% davon ist Süßwasser und nur ca. 1% ist als Trinkwasser nutzbar.
Umrahmt wurde der beeindruckende und informative Abend von Fotografien von Henning Gorriahn, der die unterschiedlichen Formen des Wassers und dessen Umgebung in wunderbaren Bildern festhält.
Einige der Bilder und eine Stellwand mit vielen Texten und Bildern zum Thema Wasser können noch während der Öffnungszeiten in der Bücherei angeschaut werden.